Mit Mut und Entschlossenheit ins neue Jahr!
Auch wenn die globale Lage zu recht mehr als besorgniserregend erscheint und viele Menschen fassungslos auf die zahlreichen sich verschärfenden Krisen schauen, lassen wir uns auch 2026 nicht unterkriegen!
Besonders zwei vernachlässigte Krisen sollten dabei eigentlich im Focus der Aufmerksamkeit stehen, da sie
existenzieller kaum sein könnten: die Vernichtung der Biodiversität und der menschengemachte Klimawandel.
Wir müssen den Zusammenbruch der Vielfalt des Lebens aufhalten und das Klima stabilisieren, sonst sind auch alle sonstigen Krisen nicht mehr zu bewältigen!
Von zentraler Bedeutung sind dabei die großflächige Wiederherstellung und die Vernetzung tropischer Regenwälder. Sie sind unverzichtbar als Lebensraum für unzählige Arten und entscheidend für die Stabilisierung des globalen Klimas. Dies gilt besonders für Regionen wie Borneo, wo die Artenvielfalt außergewöhnlich hoch, zugleich aber stark bedroht ist und wo die Wälder enorme Mengen Kohlenstoff speichern. Genau deshalb engagieren wir uns seit nun 15 Jahren vor allem in Sabah und tragen dort erfolgreich zum Schutz von Biodiversität und Klima bei.
Es folgt der Rückblick auf 2025:
Unsere Konzepte funktionieren

RFF-Kamerafallenbild (2025): Malaienbären sind zurück und fühlen sich auf unserer Aufforstungsfläche in Tabin offensichtlich wohl
Mittlerweile können wir aus eigener Erfahrung sagen, dass es möglich ist, innerhalb eines Jahrzehnts aus baumlosen Monokulturen wieder naturnahen Wald zu machen, der den meisten Wildtieren wieder attraktiven Lebensraum bietet.
Wir beobachteten auch 2025 mit großer Freude, wie immer mehr Wildtiere schon nach kurzer Zeit in unsere Aufforstungsgebiete zurückkehren. Darunter hochbedrohte Arten, von denen es teils nur noch einige hundert Individuen gibt. Auf der ehemaligen Plantagenfläche, die wir durch Landerwerb dem Tabin Wildlife Reserve anschließen konnten, haben wir 2025 beispielsweise in zahlreichen Kamerafallenaufnahmen bereits 6 verschiedene Malaienbären dokumentiert, darunter 2 Weibchen mit Jungen. 2023 war es nur einmal ein Individuum. Davor gar keins.
Dazu kamen Borneoelefanten, von denen es vermutlich nur noch weniger als 1000 Tiere gibt, Höckerstörche (vielleicht nur noch 300 Individuen weltweit), Sundamarabus, Nebelparder und vieles mehr. Und das alles schon nach 5 Jahren Aufforstung.
Im Norden Tabins haben wir ab 2012 die bislang einzige Waldverbindung zu weiteren Waldgebieten geschaffen. Seit sich das Kronendach in unserem Korridorgebiet 2024 geschlossen hat, hören wir die Gibbons auch in den nördlichen Gebieten singen. Da sich Gibbons nur von Baum zu Baum bewegen, verbuchen wir das als einen Beleg unseres Erfolgs.
Auch die Anlage von Kleingewässern zeigt nachweislich die erhofften Effekte:

Bilder oben: Der vom RFF 2022 angelegte See in Tabin produziert z.B. Aale, die u.a. von bedrohten Sundamarabus gefressen werden. (alle Bilder aus dem Aufforstungsgebiet in Tabin)
Keine Autobahn durch Tabin
Ein großer Durchbruch des letzten Jahres war, dass die Regierung von Sabah Plänen für eine neue Autobahn durch unser Projektgebiet endgültig eine Absage erteilt hat. Dieses Projekt hätte unschätzbaren Schaden angerichtet und höchstwahrscheinlich zum Aussterben ganzer Arten geführt. Wir hatten uns zusammen mit zahlreichen anderen Organisationen über Jahre aktiv gegen das Projekt eingesetzt.
2025 haben wir Tabin wieder ein Stück größer gemacht
Ende 2025 wurden weitere 32 ha durch den RFF finanzierte Plantagenparzellen im Tabin-Kulamba-Wildtierkorridorgebiet ins Tabin Wildlife Reserve integriert. Somit haben wir seit 2017 bereits fast 100 ha unverzichtbarer Landparzellen für den Naturschutz erworben und dafür knapp 1,2 Mio € eingesetzt. Die Fläche scheint überschaubar, vernetzt aber 200.000 ha an Schlüsselgebieten für das Überleben der bedrohten Flora und Fauna Borneos und könnte nicht besser gelegen sein.

Unsere Vernetzungsvision für Ostsabah: in gelb: neu zu schaffende Waldkorridore;
in orange: aktive Aufforstungsgebiete des RFF.
Die 2 Sterne links markieren unsere Aufforstungsflächen in Bukit Piton;
die 3 Sterne rechts zeigen die Aufforstungsflächen in Tabin und Silabukan.
Unsere Vernetzungsvision für die Landschaft Ostsabahs findet wachsenden Zuspruch
Wir stoßen mit unseren Plänen für eine systematische Vernetzung der verbliebenen Tieflandregenwaldgebiete Sabahs zunehmend auf offene Ohren. So konnten wir uns 2025 erstmals mit unseren Vorschlägen für neue Wildtierkorridore direkt in die langfristigen Strukturplanungen für entscheidende Gebiete einbringen. Unsere Vorschläge, die Zerschneidung der Landschaft durch die Verlegung von bestimmten Straßenabschnitten in Tunnel wieder rückgängig zu machen und strategisch wichtige Landstücke zu akquirieren und zu renaturieren, werden nun in den entscheidenden Planungsbüros ernsthaft diskutiert.
Einnahmen und Mittelverwendung 2025
Nach lediglich knapp 205.000 € Einnahmen im Vorjahr hatten wir 2025 mit ca. 388.150 € wieder ein besseres Spendenaufkommen zu verzeichnen. Gleichzeitig steigen aber auch die Kosten durch die Ausweitung der Projektflächen und den sich damit erhöhenden Personalbedarf. Auch weiterer notwendiger Landerwerb muss dringend finanziert werden, wodurch unsere finanzielle Situation weiterhin sehr angespannt bleibt.
Die Einnahmen gehen dabei größtenteils auf die massive Unterstützung von BOS Deutschland sowie den Zoo Leipzig zurück. Die Beiträge von Privatpersonen, Firmen, Stiftungen und Fördermitgliedern sind mit ca. 84.000 € so stark wie nie ausgefallen, was Grund zur Hoffnung gibt!
Ausgegeben haben wir 2025 gut 356.500 €.
89,29% der eingesetzten Spendenmittel wurden direkt für Maßnahmen in Sabah inklusive Projektmanagement eingesetzt. 7,88% wurden für Verwaltungskosten und 2,85% für Reisekosten verwendet.
Konkret wurden 2025 die aktiven Aufforstungsflächen in Tabin, Silabukan und Bukit Piton von 125 ha auf ca. 140 ha ausgewitet. Im Bukit Piton Forest Reserve wurden zudem auf weiteren 615 ha überwucherte Bäume befreit, um die Wiederherstellung eines geschlossenen Kronendachs in diesem schwer geschädigten Waldgebiet zu unterstützen. Wir gehen davon aus, dass hierdurch tausende überwucherte Bäume gerettet werden konnten, die ohne unsere Intervention gestorben wären. Auch unsere Camps in Tabin und Silabukan wurden weiter ausgebaut und unser unter invasiven Pflanzenarten leidender See in Tabin wird seit Ende 2025 wieder hergestellt und ausgeweitet.
Die Karte oben zeigt, dass wir noch viel vorhaben. Jede Spende an den RFF wird maximal in Land und neuen Wald umgesetzt. Je mehr Unterstützung wir bekommen, desto mehr Flächen können wir in Wildtierparadiese verwandeln, bevor es für immer mehr Arten zu spät ist!
Herzlichen Dank nochmals für die bisherige und alle weitere Unterstützung!