RFF unterstützt Forschungsprojekt der Cardiff University zum Schutz des Malaienbären (Helarctos malayanus) in Sabah

RFF statt and researcher Peacock looking for Sun Bear traces

Der Rhino and Forest Fund (RFF) freut sich, eine neue strategische Kooperation bekannt zu geben: Wir unterstützen Rhiannon Peacock, PhD-Kandidatin der Cardiff University, bei ihrem umfassenden Forschungsprojekt zur Ökologie und Genetik der Malaienbären in Sabah. Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit dem Danau Girang Field Centre (DGFC) und dem Bornean Sun Bear Conservation Centre durchgeführt. Ziel der Studie ist es, die Populationsgenetik sowie die räumliche Demographie dieser gefährdeten Spezies auf einer fundierten Datenbasis zu evaluieren. Frau Peacock nutzt für ihre Feldstudien im Tabin Wildlife Reserve die logistische Infrastruktur und die Feldstation des RFF.

Das 2008 als Partnerschaft zwischen dem Sabah Wildlife Department ( (SWD) und der Cardiff University gegründete DGFC leistet durch kontinuierliche Forschung essentielle Beiträge zu den Naturschutzstrategien in Sabah. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Resilienz von Wildtierpopulationen innerhalb degradierter und fragmentierter Habitate, die anthropogenen Stressfaktoren wie Wilderei, landwirtschaftlicher Expansion und dem Klimawandel ausgesetzt sind.

Methodik und Zielsetzung

Die über vier Jahre angelegte Studie erstreckt sich über verschiedene Schutzgebiete Sabahs, wobei das Tabin Wildlife Reserve eine zentrale Referenzfläche darstellt. Methodisch basiert das Projekt auf einer nicht-invasiven Probennahme: Mittels spezieller Haarpfosten („Hair Traps“) werden genetische Proben gesammelt. Die anschließende Extraktion und Analyse der mitochondrialen DNA sowie von Mikrosatelliten-Markern ermöglicht die Identifikation individueller Genotypen. Ziel ist der Aufbau einer umfassenden Datenbank zur Bestimmung der genetischen Distanz und Variabilität zwischen den isolierten Populationen.

Relevanz für den Naturschutz

Die Ergebnisse von Rhiannon Peacock werden quantifizierbare Daten darüber liefern, inwieweit die Habitatfragmentierung den Genfluss und die langfristige Überlebensfähigkeit des Malaienbären beeinträchtigt. Diese Erkenntnisse sind für die evidenzbasierte Planung von Habitatkorridoren – einem Kernaspekt der RFF-Strategie – von entscheidender Bedeutung. Darüber hinaus unterstützen die Daten die Optimierung von Wiederansiedlungsprogrammen und bieten forensische Anhaltspunkte für Strafverfolgungsbehörden zur Bekämpfung des illegalen Wildtierhandels.

Aktuelle Statusmeldung (Juni 2025)

Im Rahmen der aktuellen Feldsaison konnte erstmals ein Individuum an einem der Probenstandorte mittels Kamerafalle verifiziert werden. Neben der visuellen Dokumentation gelang bereits die Sicherstellung von Haarproben und Trittsiegeln. Die Probenahme erfolgt über Köderstationen (basierend auf Garnelenpaste und getrocknetem Fisch), an denen beim Aufstieg am Stamm Haarfollikel an adhäsiven Barrieren verbleiben, ohne das Tier zu beeinträchtigen.